Maserati GranTurismo MC Stradale

Seit 2007 bis heute verzaubert er mit seiner unglaublichen Designlinie unsere Augen, mit seinem überwältigenden V8 Geheule unsere Ohren und bringt so manche Männer, als auch Frauenherzen zum höher schlagen.

“Tridente, Modena, Pininfarina, macchina sportiva e un suono motore pieno di temperamento ed emozioni italiane” würde man vermutlich in der Provinz und der Heimat Maserati’s vom GranTurismo MC Stradale schwärmen. Für alle, denen die italienische Sprache nicht so geläufig ist, kann die Beschreibung ganz einfach folgendermaßen interpretiert werden: Der GT MC Stradale von Maserati ist ein wahrer Dreizack aus Modena, gezeichnet aus der Feder von Pininfarina, sportlich mit einem temperamentvollen V8-Motor und voller italienischer Emotionen.   
An dieser Beschreibung lässt sich kaum etwas anzweifeln oder ergänzen, denn es bringt den fast schon endlos überwältigenden Auftritt des Fahrzeuges auf den Punkt. Nicht umsonst löst der Name Maserati unweigerlich den Gedanken an Sportlichkeit verpackt in einem eleganten italienischen Anzug in den Menschen die ihn hören aus.

Doch genau diese Assoziation war in der Geschichte nicht immer zu hundert Prozent passend bzw. konnte Maserati mit dieser teilweise doch nicht so einfach wie heute in den Köpfen der Kunden hausieren. Denn Maserati hatte seit der Gründung durch Alfieri Maserati und dessen drei Brüder im Jahre 1914 in Bologna bis heute kein leichtes Schicksal. Nachdem 1932 der italienische Industrielle Adolfo Orsi übernahm wurde Maserati 1968 an Citroen übergeben, wo die Marke bis 1975 auf einen Wert von nur etwa 300.000 Lire heruntergewirtschaftet und anschließend weiter an DeTomaso verkauft wurde. 

1993 erfolgte dann fast schon eine Erlösung für Maserati als Fiat zuerst Anteile bei DeTomaso aufkaufte und anschließend Maserati vollständig übernahm. Und wären die bisherigen Wechsel nicht schon schlimm genug gewesen musste sich Maserati dann 1997 unter der Regie von Fiat auch noch seinem früheren Motorsportrivalen unterstellen lassen, indem Ferrari bis 2005 Maserati übernahm und anschließend nach dem eigenen Austritt Ferrari's aus der Fiat S.p.A. Maserati wieder an Fiat zurück übergab. Die unerbittliche Rivalität im Motorsport von vor über 50 Jahren musste abgelegt werden, auch wenn sie sowohl Maserati als auch Ferrari nach dem zweiten Weltkrieg prägte und in die Geschichtsbücher beider italienischer Marken einging und diese auch in gewisser Weise legendär machte.

Die Rivalität verabschiedete sich über die Jahre und eine noch heute starke Zusammenarbeit bzw. Abhängigkeit Maserati’s von Ferrari ist entstanden. Diese spiegelt sich auch unter der Haube und hinter der Technik des GranTurismo MC Stradale wider. Ferrari/Maserati F136 heißt der Komponist einer der schönsten italienischen Motorenklänge und tobte zuerst als 4.2 und anschließend als 4.7 Liter V8 Motor aus den Abgasrohren der unterschiedlichen Modellvarianten des Maserati GranTurismo und Maserati GranCabrio. Als Nachfolger des F131 und Maserati’s 3.2L V8, sowie als heutiger Urahn des F154 TwinTurbo V8, welcher in den aktuellen Ferrari’s, Maserati’s und zum Teil Alfa Romeo’s Platz unter den Motorhauben nimmt, sorgt der F136 anders als die Zwölfzylindermotoren von Ferrari und Lamborghini mit ihren hohem V12 Gefauche und Geschreie mit einem fast schon souveränen Gedonnere für V8-Dramaturgie mit italienischen Emotionen. Nicht umsonst wurde der Motor als 4.2 Liter fast 4 Jahre zuvor im Maserati Quattroporte der 5. Generation, der Motor als 4.7 Liter bereits ein Jahr zuvor im Alfa Romeo 8C Competizione und in den Jahren nach Einführung des GT in den unzähligen Konzepten von Alfa Romeo und Maserati lautstark auf die Öffentlichkeit losgelassen.

2007 auf dem Genfer Autosalon war es soweit und der nicht wie bei Maserati bis dorthin üblich und mit dem Mistral, Ghibli, Merak bestätigt namentlich einem heißen Wind gewidmete GranTurismo mit dem Konzeptnamen TIPO M145 wurde als viersitziger Nachfolger des Maserati Coupe vorgestellt. Das Design der Karosserie als auch des Innenraumes stammt aus dem Hause Pininfarina. Noch heute setzt Maserati beim Design auf keine Computer, sondern Skulpteure, welche das Kunstwerk teilweise im Format 1:1 entwickeln und jede Linie bis zur Perfektion treiben. Unter dem wunderschönen und mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0.33 durchaus aerodynamischen Blechkleid war und ist der GT jedoch größtenteils immer noch ein technischer Ableger des im September 2003 vorgestellten Quattroporte und baut auch auf dessen Plattform.  

2009 folgte dann das GranCabrio, welches nun seit 2010 erhältlich ist. Aus dem langen Radstand und den kurzen Überhängen resultieren vier vollwertige Sitzplätze, womit Maserati zu dieser Zeit auch als klarer Erfinder der Fahrzeugklasse Gran Turismo galt. Im September 2010 auf der Pariser Autoshow wurde dann Neptuns sportlichste Ausbrut der MC Stradale des GT vorgestellt. Mit einem auf den Modellnamen äußerlich entsprechend getrimmten Maserati Corsa Stradale, 110 kg leichteren und dank neuem Frontspoiler, zwei zusätzlichen Einlässen in der Motorhaube, sowie einem ergänzten Heckluftdamm für eine bessere Aerodynamik, mehr Abtrieb und verbesserter Kühlung der neuen etwa 60% leichteren Carbon-Keramik Bremsen, kam Maserati dem Wunsch der Kunden nach einem Super-Sportwagen mit dem Fahrgefühl und Aussehen eines Rennwagen der GT4-, GTD- und Trofeo Serie endlich nach. Das neue 6-Gang MC-Race Auto Shift Getriebe, mit der Elektronik und Teilen der Hardware vom Ferrari 599 GTO, sorgt für Schaltvorgänge innerhalb von 60 Millisekunden und unterstützte den Maserati der erste Gran Turismo mit einer Höchstgeschwindigkeit über 300 km/h zu sein. Abgerundet wurde das Paket noch mit drei für den Fahrer wählbaren Dynamikeinstellungen namens Auto Mode, Sport und Race, welche Auswirkungen auf das Getriebe, das 8% steifere Fahrwerk, die Traktionskontrolle und die Auspuffanlage haben.

Doch das Ende steht nun nach bereits im Februar 2018 anvisierter Einstellung des GT’s und anschließender geplanter erneuter Auflage bis aller längstens Februar 2019 endgültig vor der Tür. Es kochen schon viele Jahre Gerüchte auf, die das Alfieri Konzept als Nachfolger sehen. Bestätigungen dazu gibt es noch keine. Was feststeht ist, dass der Nachfolger keinen Saugmotor und keine vier Sitze mehr haben wird. 

Es wird sogar vermutet, dass Maserati völlig auf Elektroantriebe umstellt und mit auf den Trend zur völligen Elektrifizierung aufspringt. Maserati nutzt zwar 2021 bereits den Nachfolger des glorreichen F136, den F154 in seinen neuen Modellen Ghibli, Quattroporte und Levante, ob dieser jedoch dann tatsächlich im Nachfolger des GranTurismo aufgrund der immer steigenden CO2 Grenzwerte und dem Trend zum Downsizing auch Platz findet wird sich noch herausstellen. Was den Maserati GranTurismo MC Stradale anbelangt steht fest, dass er als legendäres Auto in die Historie von Maserati eingehen wird und einer der letzten, wenn nicht sogar DER letzte Maserati mit so viel italienischem Flair und Temperament sein wird.

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